Brückenbau nicht vor 2010

Wenn Pläne für Kriebstein überhaupt umgesetzt werden

Kriebstein/Chemnitz. Die Proteste gegen den Großbrückenbau in Kriebstein haben offenbar Wirkung gezeigt: Wenn überhaupt, so wird es eine Brücke nicht vor 2010 geben. „Früher ist ein Baubeginn gar nicht mehr denkbar“, sagte heute Olaf Weiß, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP). Er bestätigte, dass der im Juli gestartete Architektenwettbewerb ausgesetzt wurde, da er Änderungen am bisherigen Projekt nur in geringfügigem Maße gestattet hätte.

Der Grund: Das Dresdener Innenministerium hat vor wenigen Tagen das zuständige Wirtschaftsministerium gebeten, die jetzigen Pläne zu überdenken. Bislang war von den Behörden eine 320 Meter lange und 60 Meter hohe Brücke, die in ungefähr 100 Metern von Burg Kriebstein entfernt das Zschopautal überspannen sollte, favorisiert worden. „Vielleicht wäre ein bisschen die Höhe variiert, vielleicht die Pfeilerstandorte etwas verrückt worden.

Doch mehr hätten die Architekten nicht verändern dürfen“, räumte Weiß ein. Weder an der vorgegebenen Trassenführung noch an der Nähe zur Burg hätten sie rütteln können. Deshalb sei das RP nunmehr beauftragt worden, mögliche Untervarianten zu finden, deren Trassenführung besser mit der Burg harmoniert. „An einer Brückenlösung wird jedoch nicht gerüttelt“, sagte Weiß. Alles andere wäre ein zu großer Eingriff in die Natur. Immerhin handele es sich bei dem Zschopautal um ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH).

Weiß geht davon aus, dass sich die Erarbeitung der Untervarianten mindestens bis Jahresende hinzieht. Erst danach könne sich die für das Bauvorhaben extra gebildete Arbeitsgruppe, zu der auch Brückengegner gehören, erneut zusammensetzen. Im Anschluss daran werde zudem der jetzt stornierte Architektenwettbewerb neu aufgelegt. „Ich gehe davon aus, dass sich dadurch der ganze Prozess inklusive Baugenehmigungsverfahren insgesamt mindestens noch drei Jahre hinziehen wird“, rechnet Weiß vor.

„Die neuen Überlegungen finde ich in Ordnung“, sagte Mario Greif von der Bürgerinitiative gegen den Brückenbau. Die Behörden machten da offenbar gerade einen Lernprozess durch. Die Bürgerinitiative sei ja nicht gegen die Verkehrsentlastung in Kriebethal, lediglich gegen die Großbrücke. Dies verdeutliche man derzeit auch bei einer Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren, welches bereits in allen Ortsteilen auf Hochtouren läuft: „Es geht um eine Verkehrsentlastung, die Natur, Burg und Kosten besser im Auge hat“, so Greif.

Von Andreas Luksch

Quelle: www.freiepresse.de

 

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